Das Abitur ebnet den Weg zu einem uneingeschränkten Studium
Mit dem Abitur erreicht man in Deutschland den höchstmöglichen Schulabschluss, der seinem Inhaber die Möglichkeit eines Studiums an einer Universität seiner Wahl ermöglicht. Um seinen Abschluss zu erhalten, muss man als angehender Abiturient zunächst eine Schullaufbahn von insgesamt 12 oder 13 Schuljahren durchlaufen, wobei die Länge von Bundesland zu Bundesland variiert. In Deutschland kann man auf dem normalen Wege sowohl an einem Gymnasium, als auch an einer Gesamtschule mit einer gymnasialen Oberstufe sein Abitur machen.
Weitere Wege zum Abitur führen oft über sogenannte Berufsgymnasien oder Berufskollegs, die jedoch zwingend über eine gymnasiale Oberstufe verfügen müssen. Zudem muss für eine allgemeine Hochschulreife auch eine zweite Fremdsprache belegt werden, da ansonsten nur eine fachgebundene Hochschulreife (Fachabitur) erworben wird.
Nach dem Absolvieren der gymnasialen Oberstufe folgt zum Abschluss die sogenannte Reifeprüfung, die in Deutschland mündlich und schriftlich abgelegt werden muss. Fast alle Bundesländer haben dabei mittlerweile das sogenannte Zentralabitur eingeführt, bei dem die Landesschulbehörde die Abiturthemen festlegt und diese für alle Schulen im Lande pro Fach gleich sind. Dies soll eine bessere Vergleichbarkeit der jeweiligen Leistungen mit sich bringen, um festzustellen, wo Defizite liegen. Lediglich in Rheinland-Pfalz soll weiterhin das dezentrale Abitur gelten, bei dem die jeweiligen Lehrer die Abiturvorschläge unterbreiten und die Behörden diese lediglich genehmigen müssen.
Die Bewertung der Abiturprüfung verläuft in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich, da bisher auch die Zahl der Prüfungsfächer variierte. Festgelegt ist dabei lediglich, dass die schriftlichen Prüfungen von zwei Korrektoren gelesen werden müssen. Bei den mündlichen Prüfungen sind darüber hinaus ein Prüfer, ein Protokollant und auch Beisitzer anwesend, um das Ablegen der mündlichen Prüfung entsprechend zu bezeugen und festzuhalten.
Das Abitur in Deutschland zeigt also vor allem im Prüfungsbereich große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern auf, wobei durch die Einführung des Zentralabiturs bereits ein erster Schritt in Richtung Vergleichbarkeit getan wurde.